1/ Zweiter Tag am 1. Februar 2024 der Vernehmung von Stefan...

Eruiert wurden vom zuständigen Richter am 1.2.2024 zunächst einige strategische Kredite, in deren Vergabe Klestil angeblich beteiligt gewesen sei, z.B. bezüglich Beroe Holdings und Wimatek.
Klestil ist sichtlich überrascht von der Frage und öffentlichen Darlegung des Richters hier und teilt mit, dass er dies sicher nicht tun werde und auch nicht getan habe.
Weiter wird angefragt, ob Klestil beim #Wirecard TPA Workshop im August 2019 anwesend war, zudem, ob er über die Liquidation von Al-Alam im Mai 2020 informiert wurde im AR, beides verneint Klestil.
Klestil teilt mit, dass er davon ausgehe, dass in Brasilien und der Türkei das Merchant-Cash-Advance (MCA) Geschäft existierte und dort über externe Darlehen fernab der eigenen Bank finanziert wurde.
Klestil teilt mit, dass es hierzu umfangreichen Email-Verkehr gibt, ferner, dass das dort offenbar zugrunde liegende Darlehen ein Hauptbestandteil der Organhaftungsklage sei, die unter Anderem gegen ihn anstehe, er sich entsprechend mit diesen Sachverhalten umfangreich auseinandergesetzt habe.
Klestil wird weiter befragt bezüglich #Wirecard Darlehen im Zusammenhang mit oCap und Swiss Life.
Klestil gibt an, dass dies natürlich die Ansicht des Vorstandes von Shortseller-Attacken auf Wirecard massiv gestützt habe.
Klestil bezeichnet das Leerverkaufsverbot hier im Gerichts als "ja, eine extreme Massnahme, die es so noch niemals am Kapitalmarkt in Europa gegeben habe" und es dem AR "schwerwiegende Anhaltspunkte dafür gab, dass der #Wirecard Aktienkurs manipuliert wurde".
Klestil gibt an, dass auch AR-Vorsitzender Thomas Eichelmann das Leerverkaufsverbot der BaFin von 2019 als "Gütesiegel" für den Konzern angesehen habe.
Er gibt an, dass es ein "Riesenthema" im AR war und der Beleg, das "durch Shortseller unerlaubt Attacken auf #Wirecard stattfanden, durch Akteure, die bestochen wurden und profitierten von Gewinnen, indem Journalisten Falschmeldungen veröffentlichten".
Klestil legt dar, dass Braun diese Prüfung "mitgetrieben und gefördert" habe.
Obwohl er selbst offenbar nicht direkt mit Braun über die anstehende KPMG Prüfung gesprochen hatte, erklärt er, dass AR-Vorsitzender Eichelmann mit Braun über das Thema Sonderprüfung "lange vorher gewiss gesprochen" und beide sich wohl gewiss abgestimmt hatten.
Klestil legt dar, dass es viele Interaktionen mit EY wegen des Jahresabschlusses gab, EY wollte bereits Ende April direkt in KPMGs Zwischenberichts-Darlegungen bezüglich des TPA-Geschäfts intervenieren, die TPA-Struktur nochmal näher bringen.
EY sah diese nicht vollständig abgebildet durch KPMG.
Dies sei zurückzuführen auch auf die Situation von zwei Big 4 Auditfirmen bei #Wirecard, die nun gleichzeitig Prüfungen vornehmen.
Eichelmann habe um diesen April 2020 Zeitpunkt herum die wichtigen Gespräche mit den Prüfern alleine geführt im AR.
Klestil hatte nicht den Eindruck, dass man in dieser Zeit bei #Wirecard überlegte, die Prüfer #EY komplett zu wechseln, dazu hätte es "überhaupt keine Hinweise gegeben" für ihn.
Zeuge Stefan Klestil bejaht, teilt mit das es "𝙝𝙚𝙠𝙩𝙞𝙨𝙘𝙝𝙚 𝙂𝙚𝙨𝙥𝙧ä𝙘𝙝𝙚 𝙢𝙞𝙩 𝙅𝙖𝙢𝙚𝙨 𝙁𝙧𝙚𝙞𝙨 𝙞𝙣 𝙙𝙞𝙚𝙨𝙚𝙧 𝙕𝙚𝙞𝙩" gab, der Tag und Nacht "𝘽𝙚𝙧𝙚𝙘𝙝𝙣𝙪𝙣𝙜𝙚𝙣 𝙖𝙣𝙨𝙩𝙚𝙡𝙡𝙩𝙚, 𝙬𝙞𝙚 𝙢𝙖𝙣 𝙇𝙤𝙚𝙨𝙪𝙣𝙜𝙚𝙣 𝙛𝙞𝙣𝙙𝙚𝙣 𝙠𝙤𝙚𝙣𝙣𝙚".
Klestil bejaht. Er teilt mit, dass er Markus Braun als "𝙗𝙚𝙨𝙤𝙧𝙜𝙩𝙚𝙣 𝙪𝙣𝙙 𝙨𝙚𝙝𝙧 𝙖𝙣𝙜𝙚𝙨𝙘𝙝𝙤𝙨𝙨𝙚𝙣𝙚𝙣 𝘾𝙀𝙊" wahrgenommen habe an diesem Tag. Klestil gibt an, dass auch COO Marsalek am 18. Juni 2020 im Haus war, er sei herumgelaufen und habe Konferenzen geführt, Zitat, "𝙙𝙚𝙧 𝙬𝙖𝙧 𝙟𝙚𝙩𝙯𝙩 𝙣𝙞𝙘𝙝𝙩 𝙬𝙚𝙞𝙩𝙚𝙧 𝙗𝙚𝙢𝙚𝙧𝙠𝙚𝙣𝙨𝙬𝙚𝙧𝙩, 𝙡𝙤𝙘𝙠𝙚𝙧, 𝙛𝙧𝙚𝙪𝙣𝙙𝙡𝙞𝙘𝙝, 𝙯𝙪𝙫𝙚𝙧𝙨𝙞𝙘𝙝𝙩𝙞𝙜, 𝙚𝙞𝙜𝙚𝙣𝙩𝙡𝙞𝙘𝙝 𝙬𝙞𝙚 𝙞𝙢𝙢𝙚𝙧".
Klestil gibt weiter an, Zitat, "𝙥𝙖𝙧𝙖𝙡𝙡𝙚𝙡 𝙙𝙖𝙯𝙪 𝙬𝙖𝙧 𝙙𝙞𝙚 𝙎𝙩𝙖𝙖𝙩𝙨𝙖𝙣𝙬𝙖𝙡𝙩𝙨𝙘𝙝𝙖𝙛𝙩 𝙈𝙪𝙚𝙣𝙘𝙝𝙚𝙣 𝙖𝙢 𝟭𝟴. 𝙅𝙪𝙣𝙞 𝟮𝟬𝟮𝟬 𝙞𝙢 𝙃𝙖𝙪𝙨 𝙪𝙣𝙙 𝙝𝙖𝙩 𝙞𝙝𝙣 𝙫𝙚𝙧𝙝𝙤𝙚𝙧𝙩. 𝙒𝙚𝙜𝙚𝙣 𝙈𝙖𝙧𝙠𝙩𝙢𝙖𝙣𝙞𝙥𝙪𝙡𝙖𝙩𝙞𝙤𝙣".
Die Verteidigung von Oliver Bellenhaus befragt nun Klestil, ob er wisse, wer von den gestern genannten #Wirecard Grossinvestoren als einziger von sechs Dr. Braun nicht den Rücken stärkte um den April 2020. Klestil gibt an, dies sei der Grossinvestor DK gewesen.
Klestil wird von Oliver Bellenhaus abschliessend persönlich gefragt, ob Braun seiner Ansicht nach die "𝙆𝙤𝙢𝙥𝙡𝙚𝙭𝙞𝙩𝙖𝙚𝙩 𝙙𝙚𝙨 𝙂𝙚𝙨𝙖𝙢𝙩𝙜𝙚𝙨𝙘𝙝𝙖𝙚𝙛𝙩𝙨 𝙫𝙚𝙧𝙨𝙩𝙖𝙣𝙙𝙚𝙣" habe.
Klestil antwortet, "𝙜𝙪𝙩𝙚 𝙛𝙧𝙖𝙜𝙚, 𝙩𝙪𝙚 𝙢𝙞𝙘𝙝 𝙨𝙘𝙝𝙬𝙚𝙧 𝙙𝙖𝙨 𝙯𝙪 𝙗𝙚𝙖𝙣𝙩𝙬𝙤𝙧𝙩𝙚𝙣, 𝙞𝙣 𝘿𝙚𝙩𝙖𝙞𝙡𝙛𝙧𝙖𝙜𝙚𝙣 𝙝𝙖𝙩 𝙚𝙧 𝙤𝙛𝙩𝙢𝙖𝙡𝙨 𝙨𝙚𝙡𝙗𝙨𝙩 𝙣𝙖𝙘𝙝𝙛𝙧𝙖𝙜𝙚𝙣 𝙢𝙪𝙚𝙨𝙨𝙚𝙣".
Daran, dass laut Angaben von Oliver Bellenhaus 200 Millionen Euro in 2018 von Treuhandkonten an TPA Partner abgeflossen seien, um das TPA-Geschäft zu finanzieren, konnte sich Klestil nicht erinnern.

